By Daniel Robert Kramer

ISBN-10: 3531173944

ISBN-13: 9783531173948

DieGeschichtedesKriegesistgleichsamdie GeschichtedesSoldnerwe sens. Gruppen von Mannern, die sich zum Zweck der Kriegsfuhrung zusammenschlossenund ihre Dienste dem Meistbietendenzur Verfu gungstellten, haben in derHerausbildungdesinternationalenStaaten systemszuallenZeiteneinewesentlicheRollegespielt. Soldnernkamen an verschiedenenKreuzwegenderGeschichte immer wieder entscheidende Funktionen zu. In den fruhen Staatsbil dungsprozessenim Europades13. und14. JahrhundertstratenSoldner erstmals in Gestalt autonomer, differenzierter Organisationen auf den Schlachtfeldern Italiens und Frankreichs in Erscheinung. In shape der freienKompanientrugenSoldnerheereineinembisdahinungekannten MassezurVerschmelzungmilitarischenund wirtschaftlichenHandeIns bei. Die Compagnias wurden zwischen dem 15. und dem fruhen 17. Jahrhundert durch die von Schweizern und Deutschen organisierten Gewalthaufenverdrangt. MitderBeendigungdesDreissigjahrigenKrie ges durchdenWestfalischenFriedenvon 1648werden invereinfachen derhistorischerLesartderNiedergangdesSoldnerwesensundderAuf stiegdesStaatesbezeichnet. DieseGegenuberstellungfuhrtjedochindie Irre. BeinaheremHinsehenwird deutlich, dasses sich lediglichum ei nenFormenwandeldesSoldnerwesenshandelte. Wahrendesrichtigist, dassdasSoldnerwesennachdemEndedesDreissigjahrigenKriegesin nerhalb Europas an Bedeutung verlor, nahm es mit den historischen HandelskompanieneineneueFormnicht-staatlicher, okonomischmoti vierter Gewaltorganisation an. Vom 17. Jahrhundert ausgehend be schleunigtesichdurchdie AktivitatenderHandelskompaniendie welt weiteExpansionderimEntstehenbegriffeneneuropaischenStaaten. Das Organisationsmodell derHandelskompanie ist von den verschiedenen europaischen Staaten im Verlaufeiner speedy dreihundertfunfzigjahrigen Phasekolonialer Expansiongenutztwordenundblieb im Kernunver andert. Bisindasspate19. Jahrhundertubernahmendie charteredcom panies wesentliche Funktionen in der Machtausweitung der europai- 14 1Einleitung sehen Staaten und legten die Grundlagen fur die Verstaatlichung der aussereuropaischen Welt. Die historischen Handelskompanienwurden im Prozessder europaischen ExpansionzurSpeerspitze, die den Weg fur die Unterwerfung der aussereuropaischen Volker und Territorien bereiteteundderenEinbindungineinWeltumfassendesokonomisches method erzwang. Die Aktivitaten der Handelskompanien legten nicht nurausserhalbEuropasdieGrundlagenfur dieStaatswerdungsprozesse der folgenden Jahrhunderte, sondern beeinflussten in verschiedener WeiseauchdieAusdifferenzierungdesStaatesinnerhalbEuropas. Wah renddasOrganisationsmodellderHandelskompaniemitderAuflosung derbritischenMozambiqueCompany 1942einEndefand, wurden an dere Organisationsformen des Soldnerwesens seit den spaten 1950er Jahrenzunehmend wichtig. NebenstaatlichenSoldnern, die in die Ar meenehemaligerKolonialmachteeingegliedertwordenwaren, handelte es sich um indigene Verbande, die von den Kolonialisten ausgebildet und finanziertwurden, sowieumfreischaffendeSoldner, die ohneeine stabileOrganisationsstrukturinlosen, inihrerZusammensetzungwech selndenGruppenzusammenarbei

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Die Produktion der Tuch-, Leinen- und Bekleidungsindustrie wurde ausgebaut. ) Stückkugeln für die Artillerie her. Musketen, Luntenschloßgewehre und Hakenbüchsen wurden in größeren Mengen produziert und in die Bewaffnung der Truppen auf- 40 41 Hellmut Diwald (1984): Wallenstein: 286 Gerhard Papke (1983): 157 54 I. Teil: Prozess der europäischen Staatswerdung genommen. Uniformen und Schuhwerk passte man den verschiedenen Körpergrößen an, ein Umstand, der sich insbesondere bei langen Märschen vorteilig auswirkte.

Damit hatten die Schweizer spätesten im frühen 14. Jahrhundert die Effektivität der Gewalthaufen - und damit der Infanterie - gegenüber der schweren Reiterei bewiesen. In verschiedenen folgenden Schlachten wurde deutlich, dass gepanzerte Reiter gegen eine mit Stangenwaffen ausgerüstete, diszipliniert kämpfende Infanterie nicht viel auszurichten vermochten. In den Burgunderkriegen (1474-1477) zeigte sich, dass die Schweizer einen Leistungsstand erreicht hatten, gegen den kein Reiterheer mehr anzukommen vermochte.

Vereinfacht bezeichnet dieser Begriff die Strategie eines Herrschenden, ihn bedrohende Interessengruppen gegeneinander auszuspielen, ein Machtgleichgewicht zwischen diesen herzustellen und sie dergestalt zu zwingen, immer wieder an ihn - den Herrschenden zur Verfolgung ihrer Interessen heranzutreten. Dadurch wird die Anzahl einflussreicher Interessengruppen sukzessive verkleinert, die kontinuierlich sinkende Anzahl von Potentaten gerät in ein Abhängigkeitsverhältnis zu dem einen, absoluten Herrscher.

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by Steven
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